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Peptide zum Selberspritzen: Welche Gefahren der Trend ...

AUDIO: Peptide zum Selbstspritzen - ungeklärte Gefahren (3 Min) Anti-Aging & Fitness Peptide zum Selberspritzen: Welche Gefahren der Trend wirklich mit sich bringt Stand: 17.06.2026 08:14 Uhr Abnehm-Spritzen wie Ozempic haben in den letzten Jahren für Schlagze

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AUDIO: Peptide zum Selbstspritzen - ungeklärte Gefahren (3 Min)

von Christian Erll, MDR AKTUELL

Peptide sind kurze Eiweißbausteine, die im Körper als eine Art Botenstoff wirken – sie steuern zum Beispiel Wachstum oder Regeneration von Zellen.

In der Fitness- und Selbstoptimierungs-Szene kursieren deshalb Dutzende Substanzen, von denen sich die Leute alles Mögliche versprechen: schneller wieder fit sein nach dem Sport, glattere Haut, mehr Muskeln, bessere Konzentration.

Peptide sind faszinierend – aber nicht zugelassene Medikamente

Und so ganz unbegründet ist die Hoffnung auch gar nicht, erzählt Christina Lamers. Sie ist Pharmazeutin und forscht an der Uniklinik Leipzig an der Wirkung von Peptiden – weswegen sie den Reiz versteht: "Ich kann das sehr gut nachvollziehen, dass Peptide so faszinieren, weil sie eben sehr potent sind. Das ist auch das, was mich so fasziniert in meiner Forschung, warum wir daran forschen". Denn: Man könne mit einer sehr geringen Menge einen sehr hohen Effekt erreichen. "Aber man muss natürlich auch verstehen, was dahinter steckt", warnt Lamers.

Man muss natürlich auch verstehen, was dahinter steckt. Christina Lamers, Pharmazeutin Uniklinik Leipzig

Das Verstehen geht aber erst, wenn man klinische Studien macht – die dauern Jahre bis Jahrzehnte, haben viele Regularien und kosten eine Menge Geld. So wie die Leute die Peptide aktuell nutzten, sei es ein unkontrollierter Selbstversuch mit nicht zugelassenen Medikamenten, sagt Lamers. Einige der Peptide stehen auch auf den Verbotslisten der Dopingagenturen im Sport.

Influencer werben für fragwürdige Produkte

Das heißt, die Peptide sind illegal? Und wo bekommen die Leute das dann her? Wir befinden uns hier in einer rechtlichen Grauzone. Denn als Forschungschemikalien kann man sich die Peptide im Netz kaufen – ziemlich einfach sogar. Meist finden sich da zwar gut sichtbare Hinweise, dass das alles nur für Forschung ist und nur ab 18 und nicht für menschlichen Verzehr.

Gleichzeitig geben Influencer wie dieser hier auf Instagram detaillierte Anwendungstipps für Interessenten: "Kann man alle Peptide miteinander mischen beziehungsweise aus einer Nadel injizieren? Nein, wie wir gelernt haben, machen wir das besser nicht, vor allem Peptide wie GHKCU sind sehr empfindlich aufgrund des Metalls. Ich habe die Frage gleich mit aufgenommen mit verlinkter Quelle, falls ihr euch etwas genauer darüber informieren wollt."

Auf seiner Seite gibts tatsächlich eine Menge Studien. Aber eben Links und Rabattcodes zum Bestellen von Peptiden, die die Anbieter dann aus Polen, der Slowakei oder den Niederlanden per Paket nach Deutschland schicken.

Potente Peptide könnten Tumore wachsen lassen

Und wie gefährlich ist das nun? Ziemlich gefährlich. Zum einen, weil das mit der Hygiene bei Spritzen auch nicht jeder hinkriegen dürfte. Und dann weiß niemand, was wirklich in den Fläschchen steckt, die da per Post kommen. Außerdem können Peptide eben nicht nur in die gewünschte Richtung wirken – das betont die Pharmazeutin Lamers ausdrücklich: "Alles was eine Wirkung hat, kann natürlich auch eine Nebenwirkung haben."

Alles was eine Wirkung hat, kann natürlich auch eine Nebenwirkung haben. Christina Lamers, Pharmazeutin Uniklinik Leipzig

Peptide seien zwar potent, könnten das aber auch in eine falsche Richtung ausspielen – zum Beispiel Tumore wachsen lassen. Ihr Fazit ist also klar: Peptide können therapeutisch wirken – schließlich forscht sie selbst daran. Aber einigermaßen sicher wird das erst einzuschätzen sein, wenn klinische Studien an Menschen vorliegen. Und die gibt es bis jetzt einfach noch kaum.

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