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Peptide: Alles, was du über den Trend-Wirkstoff wissen musst

Peptide: Alles, was du über den Trend-Wirkstoff wissen musst Ohne Peptide würde in unserem Organismus einiges nicht rundlaufen, denn sie übernehmen wichtige Aufgaben im Körper. Zum Beispiel als Hormon oder als Botenstoff. Aber was sind Peptide eigentlich genau

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Peptide: Alles, was du über den Trend-Wirkstoff wissen musst

Ohne Peptide würde in unserem Organismus einiges nicht rundlaufen, denn sie übernehmen wichtige Aufgaben im Körper. Zum Beispiel als Hormon oder als Botenstoff. Aber was sind Peptide eigentlich genau, welche gibt es und ist der Einsatz von Peptiden in der Kosmetik wirklich sinnvoll?

Tipp:

Alles rund um Wirkstoffe für die Haut findest du in unserem Wirkstoff-Glossar!

Peptide im Überblick:

Was sind Peptide und welche Wirkung haben sie?

Peptide sind organische Verbindungen bzw. Moleküle. Sie sind aus einer Verknüpfung von Aminosäuren aufgebaut und kleiner als ein Protein. Peptide kommen aber wie Protein auch in jedem Organismus vor. Ein biologisch aktives Peptid kann als Hormon (Peptidhormon genannt), Neurotransmitter, Wachstumsfaktor, Toxin oder auch Antibiotikum auftreten. In Pflanzen übernehmen sie z.B. Aufgaben als Botenstoffe.

Peptide können als Wirkstoffe auch gezielt zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden, so zum Beispiel bei Autoimmunerkrankungen und Krebs. Dabei wird schon klar, dass sich Peptide nicht nur organisch bilden, sondern man sie auch im Labor erzeugen kann. Diese Chemie ist vor allem auch für die Kosmetikindustrie von Interesse.

Oft durchlaufen Peptide im Körper verschiedene Vorgänge. Sie werden gespalten, bilden sich neu miteinander und verbinden sich mit anderen chemischen Stoffen (Peptidbindung). Proteine werden im Körper in Peptide gespalten, und Bakterien sowie Pilze können kurze Peptide durch Einwirkung von Enzymen aufbauen. Es gibt unzählig viele Peptide bzw. Peptidgruppen, und alle haben unterschiedliche Strukturen, Aufgaben und Eigenschaften. Du merkst vielleicht schon: Das Thema ist a) sehr chemisch und b) hochkomplex, weswegen wir hier nicht auf jedes einzelne Peptid und dessen Eigenschaften und Aufgaben eingehen. Im Folgenden findest du aber eine Übersicht zum Thema Peptide und deren Wirkungen.

Sind Peptide Aminosäuren?

Peptide sind keine einzelnen Aminosäuren, sondern kurze Ketten aus mehreren Aminosäuren, die durch sogenannte Peptidbindungen miteinander verknüpft sind. Man kann sich Peptide wie eine kleine Perlenkette vorstellen, bei der jede Perle eine Aminosäure ist. Die einzelnen Aminosäuren sind also die Bausteine, aus denen Peptide bestehen. Wenn nur zwei Aminosäuren verbunden sind, spricht man von einem Dipeptid; bei mehreren nennt man es einfach Peptid oder – ab etwa 50 Aminosäuren – oft schon Protein.

Der Unterschied zwischen Peptid und Protein

Der Hauptunterschied zwischen einem Peptid und einem Protein liegt in der Länge der Aminosäurekette. Peptide bestehen aus kurzen Ketten von bis zu 50 Aminosäuren, während Proteine aus längeren Ketten mit mehr als 50 Aminosäuren bestehen. Proteine übernehmen meist größere und vielfältigere Funktionen im Körper, z. B. als Enzyme oder Transportstoffe, während Peptide oft als Signalstoffe oder Hormone wirken.

Welche Arten von Peptiden gibt es?

Wie schon erwähnt, bestehen Peptide aus verknüpften Aminosäuren. Die Aminosäuren in der Peptidkette sind untereinander über Peptidbindungen verbunden. Je nach Anzahl der Aminosäuren werden die Peptide unterschiedlich benannt. Oligopeptide haben bis zu zehn Aminosäuren. Sie sind Bestandteil von Enzymen, haben Transportaufgaben und sind an Stoffwechselprozessen beteiligt. Bestehen sie aus zwei Aminosäuren, werden sie als Dipeptide bezeichnet, bestehen sie aus drei Aminosäuren, nennt man sie Tripeptide, vier werden Tetrapeptide genannt usw.

Ab zehn Molekülketten aus Aminosäure nennt man die Peptide in der Chemie Polypeptide bzw. Peptidbindung. Sind die Ketten der Aminosäuren sehr lang (ab 50, manche Quellen sprechen von einer Anzahl ab 100), spricht man von Proteinen, also Eiweißen.

Was machen Peptide im Körper?

Wie oben bereits genannt, können Peptide z.B. als Hormone oder Neurotransmitter auftreten. Sie haben, je nach Art der Aminosäure-Ansammlung, verschiedene Aufgaben. U.a. können sie als Signalmoleküle auftreten und die Insulin-Funktion bzw. den Zuckerstoffwechsel im Körper steuern. Oder sie helfen bei der Unterdrückung der Abstoßungsreaktion bei Organtransplantationen.

Biologisch aktive Peptide (also Hormone, Neurotransmitter und Co.) können blutdrucksenkend, mineralstoffbindend, entzündungshemmend, antioxidativ und antimikrobiell sein. Sie können zudem opiatähnliche Wirkungen mit sich bringen und aufgrund dessen Schmerzen stillen. Sie wirken dann ähnlich wie Morphin auf den Körper.

Wo kommen Peptide vor?

Bioaktive Peptide kommen in allen Organismen mit Zellen vor, also sowohl im Menschen als auch in Tieren und Pflanzen. Zugefügt werden können Peptide über die Nahrung, durch Nahrungsergänzung oder über Arzneimittel. Gute Quellen sind zum Beispiel tierisches Eiweiß, (Meeresfrüchte, Fleisch, Geflügel), Eier, Milch und Milchprodukte, Quinoa, Soja und Nüsse.

Peptide in der Kosmetik

In der Haut, bzw. über Cremes, Lotionen und Co. angewendet, wirken sich Peptidbindungen positiv auf die Widerstandsfähigkeit aus. Sie sollen die Struktur der Haut kräftigen, diese straffen und den Feuchtigkeitsgehalt steigern. Das gibt der Haut einen Anti-Aging-Boost. Vor allem Tripeptide sollen kleine Fältchen reduzieren und die Hautelastizität verbessern.

Die Eigenschaften einiger Aminosäuren

Hier findest du eine kleine Übersicht, welche Aminosäuren in der Kosmetik relevant sind.

  • Lysin: soll das Bindegewebe stärken bzw. die Kollagen-Produktion anregen sowie Feuchtigkeit spenden. Lysin zählt zu den essentiellen Aminosäuren und kann vom Körper nicht selbst gebildet werden. Man muss es über die Nahrung (Fleisch, Fisch, Milch, Nüsse, Gemüse) zuführen.
  • Histidin: beruhigt die Haut und hat antioxidative Eigenschaften.
  • Methionin: schützt die Haut vor Schadstoffen, hält die Haut flexibel.
  • Prolin, Leucin und Glycin: mindern Falten.
  • Manche Aminosäuren müssen erst mit anderen gepaart werden, damit sie positive Wirkungen auf die Haut haben.

Für wen sind Peptide sinnvoll?

Peptide haben verschiedene Einsatzgebiete. Sie werden u.a. in der Medizin als Medikamente gegen bestimmte Krankheiten eingesetzt (z. B. Insulin, was ein Peptidhormon ist). Aber vor allem boomen Peptide gerade in der Kosmetik und Hautpflege. Sowohl Skincare als auch Make-up-Produkte werden häufig mit Peptid-Komplexen versetzt. Peptide können bei verschiedenen Hauttypen und Hautproblemen hilfreich sein, da sie gezielt Zellprozesse unterstützen und die Hautstruktur verbessern.

Peptide sind für nahezu alle Hauttypen geeignet – besonders bei trockener, reifer, empfindlicher sowie normaler bis Mischhaut zeigen sie positive Effekte. Sie stärken die Hautbarriere, fördern die Feuchtigkeitsbindung und unterstützen die Kollagenproduktion, wodurch die Haut straffer und widerstandsfähiger wird. Bestimmte Peptide wirken beruhigend und können Rötungen oder Reizungen lindern, ideal bei Rosazea oder sensibler Haut. Bei Akne oder unreiner Haut können antimikrobielle Peptide das Bakterienwachstum hemmen und die Hautbalance verbessern. Außerdem unterstützen Peptide den Aufbau einer gesunden Hautschutzbarriere, was bei sehr trockener oder geschädigter Haut wichtig ist.

Aber auch für die Kopfhaut und das Haarwachstum bringen Peptide viele Vorteile mit sich. Sie fördern die Durchblutung und Aktivität der Haarfollikel, was das Haarwachstum anregen und Haarausfall verlangsamen kann – besonders bekannt sind hier Copper-Peptide wie GHK-Cu. Gleichzeitig wirken sie entzündungshemmend, was bei empfindlicher oder entzündeter Kopfhaut hilfreich ist. Verwendet werden Peptide in Kopfhautseren, Leave-in-Treatments, Shampoos oder in Kombination mit Microneedling (unter ärztlicher Aufsicht).

Was sind Peptide im Bodybuilding?

Im Bodybuilding werden Peptide häufig als leistungssteigernde und regenerationsfördernde Mittel eingesetzt. Sie sollen das Muskelwachstum fördern (z. B. durch Anregung der Wachstumshormon-Ausschüttung), die Fettverbrennung steigern, die Regeneration beschleunigen und sogar den Schlaf verbessern, was indirekt den Muskelaufbau unterstützt.

Aber Achtung! Viele dieser Stoffe sind nicht offiziell zugelassen, es gibt keine ausreichenden Langzeitstudien, und ihr Einsatz ist im Leistungssport als Doping verboten. Daher sollte ihre Anwendung kritisch hinterfragt werden und nur unter medizinischer Aufsicht erfolgen.

Wie werden Peptide verwendet?

Je nach Anwendungsbereich werden Peptide ganz unterschiedlich angewendet. Im kosmetischen Bereich werden sie meist topisch, also äußerlich angewendet. Peptide sind in Cremes, Seren, Ampullen, Shampoos oder Kopfhautseren enthalten. Sie werden direkt auf die Haut oder Kopfhaut aufgetragen. Jedoch werden Peptide auch teils in Kombination mit Microneedling oder kosmetischen Behandlungen eingesetzt, um ihre Aufnahme in tiefere Hautschichten zu verbessern. Hierbei werden die Peptide unter die Haut injiziert. Dies sollte man aber nur professionell und mit Vorsicht anwenden lassen.

Wann sollte man Peptide benutzen?

Grundsätzlich sollte man Hautpflege mit Peptiden über mehrere Wochen regelmäßig anwenden, um sichtbare Effekte zu erzielen. Der beste Zeitpunkt zur Anwendung von Peptiden hängt vom Ziel der Anwendung und dem Produkttyp ab.

Kosmetisch/topisch: morgens und/oder abends, je nach Produkt und Hautbedürfnis. Am besten nach der Reinigung und vor der Feuchtigkeitscreme, damit die Peptide gut in die Haut einziehen können.

Für Haar und Kopfhaut: idealerweise abends, da die Wirkstoffe dann über Nacht einwirken können.

Tipp: Peptide sind meist gut verträglich und lassen sich mit anderen Wirkstoffen wie Hyaluronsäure oder Niacinamid gut kombinieren – aber Vorsicht bei starken Säuren (z. B. AHA, BHA) oder Retinol, da diese die Peptidstruktur beeinträchtigen können.

Helfen Peptide gegen Falten?

Man kann Peptid-Produkte anwenden, um der Hautalterung und Falten entgegenzuwirken. Peptidbindungen sollen die Haut straffen, sie beruhigen, Entzündungen hemmen und die Haut mit Feuchtigkeit versorgen. Jedoch ist sich die Wissenschaft nicht sicher, wie wirksam der Einsatz von Peptiden in Kosmetik wirklich ist. Denn: Dringen Peptide durch die Haut ein, warten hier zahlreiche Enzyme eigentlich nur darauf, sie zu zerlegen. D.h., die Peptide, die man über Kosmetik auf die Haut aufträgt, verfehlen im lebenden Organismus eventuell ihre Wirkung. Peptide allein sind in der Regel also nicht genug. Damit Peptid-Kosmetik wirkt, braucht sie spezielle Bedingungen sowie die richtige Zusammensetzung bzw. eine Kombination spezieller Aminosäuren oder aber mit Wirkstoffen (wie z.B. Kollagen oder Antioxidantien). Fazit: Wundermittel gegen Falten sind Mittel mit Peptiden nicht, jedoch können sie den Aufbau einer schönen Haut unterstützen.

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